Abderrahim Ouakili spannte die Verantwortlichen des KSC am Freitagabend gehörig auf die Folter. Der 32-jährige Marokkaner, der seit zwei Jahren auch einen deutschen Pass besitzt, wurde eigentlich am frühen Freitagnachmittag in der KSC-Geschäftsstelle erwartet, um einen Vertrag für die Saison bis zum 30. Juni 2004 zu unterschreiben. Aber zunächst konnte Ouakilis Flieger nicht in Frankfurt landen und musste nach Düsseldorf umgeleitet werden, wo Ouakili auch noch einen Anschlusszug nach Karlsruhe verpasste und erst am frühen Abend in der Fächerstadt eintraf. KSC-Trainer Lorenz-Günther Köster war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr im Wildpark, aber KSC-Vizepräsident Michael Steidl und Manager Rolf Dohmen, konnten dem Coach kurz vor Schließung der Transferliste dann doch noch die gewünschte Verstärkung präsentieren.
Ouakili gilt als torgefährlicher Mittelfeldspieler, kann aber auch in der Spitze spielen. Zuletzt stand er beim griechischen Erstligisten FC Xanthi unter Vertrag und war dort einer der erfolgreichsten Torschützen in der griechischen Liga. In der laufenden Saison hatte Ouakili allerdings reichlich Zoff mit dem neuen Trainer und wurde in den letzten vier Monaten nicht mehr berücksichtigt. Da auch die Gehaltszahlungen des Vereins ausblieben, suchte sich Ouakili einen neuen Club, und will jetzt mithelfen, den KSC-Angriff, der mit gerade mal 16 Saisontreffern der schlechteste der Liga ist, zu beleben. Dass Ouakili dies kann, davon ist nicht nur Lorenz-Günther Köstner überzeugt. Auch der einstige KSC-Coach Winnie Schäfer, der den Stürmer in seiner Zeit bei TeBe Berlin unter seinen Fittichen hatte, ist von Ouakilis Qualitäten überzeugt: „Ouakili ist ein Riesenfußballer. Allerdings ist er kein pflegeleichter Typ und hat bei TeBe auch mit Mitspielern den einen oder anderen Zoff gehabt. Wenn man ihm aber in seinem Spiel nach vorn die entsprechenden Freiheiten lässt, wird er für den KSC sicherlich eine Riesenverstärkung sein.“
Ouakili begann seine Karriere in der marokkanischen Heimat beim FUS Rabat. Über Maroc Frankfurt und SV Jügesheim kam Ouakili 1994 zum FSV Mainz 05, wo er vier Jahre lang spielte, ehe er 1998 zu 1860 München in die Erste Liga wechselte. Von dort ging er 1999 für eine Million Mark Ablöse zu Tennis Borussia Berlin. Ehe er nach dem Lizenzentzug der „Veilchen“ nach Mainz zurückkehrte, von wo er schließlich 2001 ablösefrei zum FC Xanthi nach Griechenland wechselte.
Ouakilis Gehalt wird übrigens die KSC-Kasse nicht belasten. Mitglieder des KSC-Freundeskreises finanzieren diese Verpflichtung und erhalten als Gegenleistung entsprechende Werbemöglichkeiten im Wildpark.


