Als sich das KSC-Präsidium und Mitglieder des KSC-Freundeskreises am Freitag weit nach Mitternacht aus dem Wildpark verabschiedeten, hatte der KSC wieder ein Stück Weg Richtung Lizenzerteilung zurückgelegt. Inhalt des Treffens von KSC-Präsidium und KSC-Freundeskreis war der Bericht der Wirtschaftsprüfer, die in den letzten Tagen die Finanzen des Sportclubs durchforstet hatten sowie die Ergebnisse der Gespräche, die KSC-Präsident Hubert Raase mit den Banken geführt hatte. Diese seien erfolgreich verlaufen, konnte Raase verkünden, und die Mitglieder des Freundeskreises signalisierten ihre weitere Unterstützung, um die Auflagen der DFL zu erfüllen.
„Die Wirtschaftsprüfer der Firma BDO haben festgestellt, dass der Verein nicht überschuldet ist, und dass der Haushalt, den wir für die kommende Saison geplant haben, auf solider Grundlage steht. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Wirtschaftsprüfer unsere Bilanz testieren werden, und wir der DFL eine nachvollziehbare Finanzplanung für die kommende Saison vorlegen können“, so KSC-Vizepräsident Rolf Hauer. Ein deutlich auf 4,2 Millionen abgespeckter Spieleretat und weitere Einsparungen in allen Bereichen sollen die Verantwortlichen der DFL davon überzeugen, dass der KSC in wirtschaftlicher Hinsicht wieder eine berechenbare Größe ist. Bis spätestens 24 Uhr morgen Abend muss KSC-Manager Rolf Dohmen die Lizenzierungsunterlagen bei der DFL abgegeben haben und damit auch gar nichts schiefgehen kann, wird ein Duplikat dieser Unterlagen im Safe des KSC deponiert, sollte dem Manager auf dem Weg nach Frankfurt etwas passieren. „Bis zur letzten Minute“, so Dohmen, müsse noch an den Unterlagen gearbeitet werden. Der Manager ist aber optimistisch, dass dieses Unterfangen gelingen wird, und seit Freitagabend kann er dies auch sein.
Bei einem sportlichen Abstieg wären die Voraussetzungen ungleich schwieriger, einen Regionalligaetat zu schultern, aber überraschenderweise sieht man beim KSC eine Chance, auch dies zu schaffen, obwohl in den letzten Wochen davon die Rede war, dass bei einem Abstieg im Wildpark die Lichter endgültig ausgehen würden. Jetzt will man dort zweigleisig planen und diskutiert die Voraussetzungen, die vorhanden sein müssen, um bei einem möglichen Abstieg die Lizenz für die Regionalliga zu beantragen. Auf maximal drei Millionen Euro beziffert Rolf Hauer einen Regionalligahaushalt, den sich der KSC vielleicht leisten könne. Voraussetzung wäre der völlige Neuaufbau der Mannschaft um Carsten Rothenbach, Florian Dick, Martin Stoll und Ivan Saenko, wobei letzterer vermutlich verkauft werden müsse, um den Haushalt zu finanzieren. Der kalkulierte Zuschauerschnitt läge bei 3000 Besuchern. Die Geschäftsstelle würde von derzeit 17 Beschäftigten auf vier schrumpfen, und auch in den Abteilungen wären ganz harte Einschnitte notwendig. Und man müsste sich im Wildpark für einige Jahre auf die Drittklassigkeit einrichten, denn ein Kraftakt, wie beim Abstieg vor drei Jahren, wäre mit Sicherheit nicht möglich. Für solche Planspiele hat man beim KSC allerdings noch etwas Zeit. Die Lizenzierungsunterlagen für die Regionalliga müssen erst zum 1. April eingereicht werden. (Harald Linder)


