Runder Tisch vom 26.03.2025 in der Cantina Majolika – mit KSC-Legende Michael Sternkopf
Michael Sternkopf ist eine KSC-Legende. Vielleicht nicht auf Grund seiner Spielzeit beim KSC, denn abgesehen von seiner Zeit in den KSC-Jugendmannschaften absolvierte er im Profi-Team lediglich zwei Spielzeiten. Er war allerdings der erste einer Reihe von Spielern des KSC, deren Weg zum FC Bayern München führte. Umso mehr freuten sich die Mitglieder des Freundeskreises Michael Sternkopf zu einem Talk über seine Karriere, aber auch zum Leistungsdruck im Profi-Fußball begrüßen zu können.
Eloquent und unterhaltsam berichtete er über seinen sportlichen Werdegang, der ihn von der Jugend des SV Nordwest Karlsruhe zum KSC, dem FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg, Arminia Bielefeld und den Offenbacher Kickers führte. Eindrucksvoll schilderte er – gespickt mit Anekdoten – die Licht- und Schattenseiten des Profi-Fußballs. Der Erfolgsdruck, der nach seinem Wechsel zum FC Bayern auf ihm lastete – 1990 wurde er für 3,4 Millionen DM zum FC Bayern München transferiert – sei enorm gewesen. Es war immerhin der damals teuerste Transfer der Liga. Dennoch denke er mit großem Stolz und Freunde an diese Zeit zurück, die ihn mit vielen Vereins- und Spielergrößen des FC Bayern in und außerhalb des Spielfeldes in Verbindung brachte. Es sei „eine tolle, aber auch schwere Zeit“ gewesen, denn Wettbewerb und Leistungsdruck neben anderen Fußballgrößen machten dem Jungprofi, der sieben Mal in der deutschen U21-Nationalelf stand, zu schaffen.
Beim FC Bayern spielte er fünf Jahre und gewann 1994 den einzigen Titel seiner Profikarriere, als die Mannschaft Deutscher Meister wurde. Des Weiteren wurde er fünfmal im DFB-Pokal-Wettbewerb und zehnmal in den internationalen Pokal-Wettbewerben eingesetzt.
1995 wechselte er zum Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach, spielte dort 32 Mal, erzielte fünf Tore und kam in der Folgesaison nur noch zweimal zum Einsatz. Daraufhin wechselte er in der Winterpause für 300.000 DM zum Ligakonkurrenten SC Freiburg, den er nach Ende der Saison 1996/97 und 16 torlosen Ligaspielen verließ.
Von 1997 bis 2003 – seiner längsten Zeit bei einem Verein – spielte er für Arminia Bielefeld, für die er allerdings auch drei Jahre in der 2. Bundesliga aktiv war und in der letzten Saison (nach wiederholtem Aufstieg) zu keinem Spieleinsatz kam. Leider zog er sich eine schwere Verletzung zu, von der er sich nie mehr vollständig erholen sollte. Die Wiederaufstiege (1999 und 2002) in die Bundesliga zählt Michael Sternkopf zu seinen größten Erfolgen in Bielefeld.
Zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn wechselte er im Februar 2004 in die Regionalliga Süd zu Kickers Offenbach, für die er am 6. März 2004 sein letztes Spiel bestritt.
Nach seiner aktiven Karriere fing er an, in der Geschäftsstelle der Kickers zu arbeiten, fand den Job anfangs „prima“ – doch die Vergangenheit habe ihn wieder eingeholt. „Letztlich hat mich auch dieser Job und die Verantwortung erdrückt. Ich konnte nicht mehr, hatte bis zu meinem Zusammenbruch nur funktioniert“, so Sternkopf – zwischenzeitlich mit künstlichem Hüftgelenk unterwegs – im Rückblick. Als sein Arzt mit der Diagnose Burn-out kam, „alles war grau“, war er fast erleichtert. Mein Leben sei bis dahin eine konstante Inkonstanz gewesen, so Michael Sternkopf.
Dass er heute selbstbewusst Vorträge hält, verdanke er einem guten Freund. Der habe ihn motiviert, sein Leben in andere Bahnen zu lenken. „Du musst mit den Leuten sprechen. Du musst Herzen öffnen. Suche und finde Gott“, waren dessen Ratschläge. „Letztlich hat mir der Glaube die Freiheit gegeben“, so Sternkopf heute. Diese Lebenserfahrung gebe er nun in Vorträgen gerne weiter.
Mit herzlichen Worten des Dankes und unter großem Applaus aller Anwesenden wurde Michael Sternkopf vom 1. Vorsitzenden Richard Minet verabschiedet.







